Die Geschichte der Rassekaninchenzucht im
Kreisverband Warendorf
Am 29. September 1899 stellte der Rektorratslehrer L.Dirichs bei der Stadt Beckum, den Antrag auf Genehmigung zur Gründung eines Kaninchenzuchtvereins bei denen auch Geflügelzüchter angeschlossen waren. Die Genehmigung wurde vom Bürgermeister Fehling erteilt. Zu der Gründungsversammlung waren 42 Personen erschienen, sie kamen aus Beckum, Ahlen, Neubeckum, Vorhelm und Ennigerloh. Bereits im Oktober 1899 wurde die erste Ausstellung für Kaninchen und Geflügel beantragt. Sie sollte im Koberschen Saal stattfinden. Diese Genehmigungen mußten aber von der Polizeibehörde genehmigt werden. Im Jahre 1902 kam der Ziegenzuchtverein hinzu, der mit 80 Mitglieder den Kaninchen- und Geflügelzuchtverein verstärkte, so das der Verein auf 136 Mitglieder anstieg.
Im Jahre 1914 traten die Kaninchenzüchter aus dem Verein aus.
Am 17. Februar 1905 wurde der Kaninchenclub ,,Gut Zucht '' in Ahlen gegründet. Zum 3. März 1907 wurde dann die konstituierende Versammlung einberufen, auf der der erste Vorstand gewählt wurde. Hermann Waldmann wurde zum 1.Vorsitzender gewählt. Im Jahr 1907 wurde ein ,,Maststall'' mit 60 Buchten gebaut und es gab die erste Stallschau, bei der schon Preise vergeben wurden. Da auch in Beckum und Oelde Kaninchen-Vereine gegründet waren, wurden die Vorarbeiten zur Bildung des Kreisverbandes Beckum aufgenommen.
Am 28.-29. August 1908 war die erste Vereins-Schau in Ahlen.
Im Jahre 1914 gründeten die Beckumer einen neuen Kaninchenzuchtverein. Zum 1. Vorsitzenden wurde A. Recinski gewählt.
Am 21. Mai 1916 versammelten sich 25 Kaninchenzüchter in Sendenhorst und gründeten den Kaninchenzuchtverein,,Fortuna Sendenhorst''.Wilhelm Dülle wurde zum 1.Vorsitzenden gewählt. Im Jahre 1921 fand die erste Kaninchenschau mit 60 Tieren statt.
Neubeckum und Ennigerloh gründeten ebenfalls im Jahre 1916 eigene Kaninchenzuchtvereine.
Es wurde ein Kreisverband gegründet, der der sich in den zwanziger Jahren wieder auflöste.
Im Protokoll von der Herbsttagung des Landeverbandes vom 07.Dezember 1930 in Gelsenkirchen ist zu lesen, dass ein Antrag zur Bildung des Kreisverbandes Beckum gestellt wurde. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden.
Am 21. Dezember 1930 trafen sich dann in Neubeckum Kaninchenzüchter aus den Vereinen Beckum, Neubeckum, Ahlen und Sendenhorst, um einen eigenen Kreisverband Beckum zu gründen. Zum 1. Vorsitzenden wählte man den Ahlender Züchter Paul Pudelski.
Am 6. Juni 1931 gründete sich der Oelder Kaninchenzuchtverein. Der 1. Vorsitzende war Hans Krefeld. In den Jahren zwischen 1931 - 1937 wurde in Oelde auch eine Frauengruppe gegründet. Im September 1932 war die erste Ausstellung von Rassekaninchen in Oelde.
In Ennigerloh wurde am 6. August 1931 ein Verein gegründet und zum 1.Vorsitzenden wählte man den Züchterkollegen Hermann Husmann.
Auch in Vorhelm und Heesen wurde im Jahre 1931 ein Kaninchenzuchtverein gegründet. Der Verein Vorhelm löste sich n den Kriegsjahren auf.
Am 17.-18. Oktober 1931 wurde die erste Kreisschau in Sendenhorst durchgeführt, es wurden 189 Kaninchen von den Preisrichtern bewertet. Am 31. Dezember hatte der Kreisverband 211 Mitglieder. 766 Kaninchen wurden laut Eintragung im Zuchtbuch des Landesverbandes vom Kreisverband Beckum im Zuchtjahr 1931 gezüchtet. Auf der Kreisschau in Heessen die im Jahre 1932 stattfand, standen schon 300 Kaninchen. Insgesamt 1708 Kaninchen wurden in dem Zuchtjahr 1932 gezüchtet. Bei den immer größer werdenen Umfang hielt der Vorstand des Landesverbandes für richtiger, die Zuchtbuchführung durch die Kreisverbände einzuführen. Eingetragen wurden 1933 im Kreiszuchtbuch 1801 Kaninchen. Im Jahre 1934 wurde das Vereinszuchtbuch eingeführt. Der Verein Beckum richtete die Kreisschau 1933 aus und erstellten den ersten Katalog. Auch Frauengruppen aus Ahlen, Beckum und Sendenhorst hatten 16 Nummer Erzeugnisse ausgestellt. Im Jahr 1933 wurden 2197 Tiere von den 11 Vereinen als gezüchtet gemeldet. Der Kreisverband hatte nun 234 Mitglieder, in 11 Vereinen und 3 Frauengruppen. Der Verein 05 Ahlen war der 1934 mit der Durchführung der Kreisschau beauftragt worden. Im 3.Reich wurden Wirtschaftsrassen eingeführt, diese waren:Angora weiß, Blaue Wiener, Helle Großsilber, groß und Kleinchinchilla und Deutsche Widder.
Gleich nach dem Krieg fanden sich die Züchter aus dem Kreis Beckum im Kettlerhaus in Ahlen wieder zusammen. In den Jahren bis zur Währungsreform nahm infolge der Nahrungsmittelkappheit die Mitgliederzahl stark zu und stieg bis auf 409 Mitglieder an. Nach dem sich die Versorgungslage gebessert hatte, setzte ein rapider Rückgang in der Kaninchenzucht ein. Anfang 1954 gab es nur noch 112 Mitglieder im Kreisverband.
Doch das sollte sich bald ändern.
Im Januar 1954 gründete sich in Ennigerloh ein Frauengruppe W441.
Am 5. August 1956 wurde in Neubeckum ein Kaninchenzuchtverein gegründet W5, der dann auf der Landestagung in W50 geändert wurde. Zum 1. Vorsitzenden wurde Helmut Husemann gewählt.
Der Kaninchenzuchtverein Beckum-Roland ist seid dem 01.01.1967 im Kreisverband gemeldet. Zum 1. Vorsitzenden wählte man Andreas Tripmaker.
In Sendenhorst bildete sich 1967 eine Frauengruppe.
Die kommunale Gebietsreform deutete 1975 ein weiteres Ereignis in der Geschichte des Kreisverbandes Beckum an. Er wurde zum Kreisverband der Kaninchenzüchter Warendorf umbenannt. Die Grenzen des Kreisverbandes stimmen nun mit den politischen Grenzen überein.
In Vorhelm gründete sich am 7.September 1975 ein neuer Verein. Der Verein Drensteinfurt, der am 22.Februar 1960 sich neu gegründte hatte, schloß sich 1975 dem Kreisverband an und im folgenden Jahr der Freckenhorster Kaninchenzuchtverein, der am 11.August 1948 gegründet wurde. Seid 1980 ist auch der Warendorfer Verein im dem Kreisverband angeschlossen, er wurde am 10.Oktober 1933 gegründet. Der erste Vorsitzende war Peter Döring. Von 1935 bis 1957 gehörte es eine Frauengruppe zum Warendorfer Verein. Am 19.Februar 1984 gründete sich der Verein Wadersloh.